Mittwoch, 8. Februar 2017

Bildungsmedienverlage 2016: Umsatzzuwachs durch Schülerplus und neue Lehrpläne

2016 haben die deutschen Bildungsmedienverlage mehr als 8.000 Titel für die allgemeinbildende Schule, die berufliche Bildung und Erwachsenenbildung auf den Markt gebracht. Den Umsatz der Branche schätzt der Verband Bildungsmedien e. V. auf 580 Mio. Euro. Das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um rund 5 Prozent.

Davon entfielen unverändert rund 70 Prozent auf die allgemein bildende Schule, 15 Prozent auf die Erwachsenenbildung im Bereich Sprachen und IT, 10 Prozent auf die berufliche Bildung in Schule und Ausbildungsbetrieb sowie 5 Prozent auf die frühe Bildung. 

 

Märkte bleiben stabil

Wichtigster Grund für die Umsatzsteigerung über alle Segmente sind die gestiegenen Schüler-/Lernerzahlen durch Geflüchtete. Besonders in der Erwachsenenbildung ist der Markt für Deutsch als Fremdsprache (DaF) bzw. Deutsch als Zweitsprache (DaZ) noch einmal um rund 25 % gewachsen. Wie in den Vorjahren rückläufig sind dagegen traditionelle Sprachkurse, insbesondere im Bereich Englisch. 

Auch in den allgemeinbildenden Schulen ist ein Bedarf nach Materialien zum Deutschlernen deutlich spürbar. Wichtige Impulse kamen hier erneut aus der bayerischen Grundschule sowie aus Baden-Württemberg, wo zum Schuljahr 2016/17 der neue Bildungsplan in Kraft getreten ist. Auch die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium in Niedersachsen und die turnusmäßige Ergänzungsausstattung der Sekundarstufe I in Rheinland-Pfalz wirkten sich umsatzsteigernd aus.

In der beruflichen Bildung ist das Marktvolumen unverändert. Während die Bereiche „Gesundheit“, „Pflege“ und „Erziehung“ stetig wachsen, ist insbesondere der berufsvorbereitende Vollzeitbereich leicht rückläufig.

 

Digitale Bildungsmedien etablieren sich

Die Nachfrage nach digitalen Medien ist an den berufsbildenden Schulen deutlich höher als an den allgemeinbildenden. „Der Berufsalltag ist digital geprägt“, erklärt Wilmar Diepgrond, Vorsitzender des Verband Bildungsmedien: „Der Nutzen von digitalen Bildungsmedien ist in der beruflichen Bildung deshalb allen Beteiligten offensichtlich. Sie finden einen selbstverständlichen Eingang in den Unterricht – sofern es die Budgets erlauben.“

Auch in der Erwachsenenbildung haben sich digitale Bildungsmedien als Standard etabliert, beispielsweise in Form von Multi-Device-fähigen Sprachlernprogrammen. Sie tragen jedoch bislang nur geringfügig zum Gesamtumsatz bei.

In den allgemeinbildenden Schulen ist die Nachfrage nach digitalen Angeboten trotz breiter Produktpalette weiter gering. Es fehlen verlässliche e-didaktische Konzepte, Infrastruktur und Aus- und Weiterbildung. „Wir begrüßen ausdrücklich den DigitalPakt#D“, erklärt Diepgrond: „Die digitale Strategie der KMK und die konkreten Maßnahmen der Länder können wesentliche Ausgangspunkte für die weitere Entwicklung digitaler Medien in Deutschland sein.“

 

Gegen Raubbau am Urheberrecht, für die Publikationsfreiheit

Der Verband Bildungsmedien e. V. schließt sich dem Appell „Die Bildungsrepublik braucht freie Autoren und eine vielfältige Verlagslandschaft mehr denn je“ von Autor/-innen und Verlagen an. Dieser fordert, dass Autorinnen und Autoren in Wissenschaft und Bildung frei entscheiden dürfen, ob, wann und zu welchen Bedingungen sie publizieren. Er betont zudem, dass die geplanten Änderungen im Urheberrecht nicht zu einem Verlagssterben und im Ergebnis einem staatlichen Publikationswesen führen dürfen, das das qualitativ hochwertige Angebot einer unabhängigen Verlagslandschaft niemals ersetzen kann. (www.publikationsfreiheit.de)

 

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