Montag, 13. März 2017

Bildungskongress „Unterricht in der digitalen Welt – Lernen individuell gestalten“ bietet Anregungen für Schul- und Unterrichtspraxis

Bildungskongress 2017 in Köln, v.l.n.r.:  Wilmar Diepgrond, Wolfgang Vaupel, Sylvia  Löhrmann, Stefan Drewes Bildungskongress 2017 in Köln, v.l.n.r.: Wilmar Diepgrond, Wolfgang Vaupel, Sylvia Löhrmann, Stefan Drewes Nicole Schäfer, LVR-ZMB

Mehr als 1.000 Lehrerinnen und Lehrer haben am Bildungskongress in Köln teilgenommen. Unter dem Titel „Unterricht in der digitalen Welt“ hat das Ministerium für Schule und Weiterbildung in bewährter Kooperation mit dem Verband Bildungsmedien e. V. und der Medienberatung NRW zum 13. Mal zu dieser gemeinsamen Lehrerfortbildung in Kongressform geladen.

Schulministerin Sylvia Löhrmann sagte auf dem Kongress: „Ich freue mich über das große Interesse der Lehrkräfte. Sie sind es, die den Unterricht im Zeichen der Digitalisierung gestalten. „NRW hat die Chancen der Digitalisierung für das schulische Lernen erkannt und plant entsprechend der Strategie der Kultusministerkonferenz ‚Lernen in der digitalen Welt‘ die systematische Förderung der Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler als eine der wesentlichen Schlüsselkompetenzen.“ Digitale Medien seien dabei kein Selbstzweck, so die Ministerin, sondern seien wichtige Werkzeuge, deren Einsatz stets pädagogisch sinnvoll sein sollte. „Sie können zudem das individuelle Lernen in heterogenen Lerngruppen optimal unterstützen.“ Löhrmann unterstrich, dass die Vermittlung von Medienkompetenz eine Aufgabe aller Fächer sei und in allen Lehrplänen verankert sein solle, um sicherzustellen, dass jede Schülerin und jeder Schüler im Laufe der Schullaufbahn die Fähigkeit erwirbt, aktiv, produktiv und auch reflektierend mit Medien umzugehen. Alle Schulen sind aufgefordert, bis zum Schuljahresende 2018/19 (Grundschulen) bzw. 2019/20 (Sekundarstufe I) ein verbindliches pädagogisches Medienkonzept zu erstellen. Grundlage hierfür ist der Medienpass NRW, dessen Kompetenzrahmen derzeit aktualisiert wird. 

Mit Blick auf die nächste internationale ICILS-Vergleichsstudie zu computer- und informationsbezogene Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern im Jahr 2018 erklärte die Ministerin: „Wir wollen wissen, wie erfolgreich die Schulen in Nordrhein-Westfalen Medienkompetenzen und informatische Bildung vermitteln. Deshalb habe ich einer Stichprobenerweiterung zugestimmt, sodass wir auch Ergebnisse für Nordrhein-Westfalen erhalten werden. Auf dieser Datengrundlage sollen unsere Handlungsfelder zum Lernen in der digitalen Welt systematisch weiterentwickelt werden.“ Die „International Computer and Information Literacy Study“ (ICILS) hat bisher nur Ergebnisse für Deutschland im internationalen Vergleich berichtet. 

Die Landesregierung hat 2016 unter Einbeziehung der interessierten Öffentlichkeit einen Diskussionsprozess zum Thema „Lernen im digitalen Wandel“ gestartet, und als erstes Bundesland ein „Leitbild für Bildung in Zeiten der Digitalisierung“ erarbeitet.

Zudem haben sich Land und Kommunen mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung verpflichtet, ihre Anstrengungen zur Verbesserung des Lernens im digitalen Zeitalter zu verstärken und somit die Umsetzung des Investitionsprogramms „Gute Schule 2020“ zu gewährleisten. Mit „Gute Schule 2020“ unterstützt das Land die Kommunen auch bei Investitionen in digitale Infrastruktur.

Neben pädagogischen Konzepten, digitalen Lehr- und Lernmitteln sowie einer geschützten Basis-IT-Infrastruktur, die das Land mit LOGINEO NRW auf den Weg gebracht hat, setzt das Land zur Unterstützung ihrer Lehrkräfte auf Fortbildung und Beratung als eine entscheidende Säule für einen zukunftsorientierten Unterricht in der digitalen Welt. NRW verfügt mit den Medienberaterinnen und -beratern, deren Stellenanzahl zum Schuljahr 2016/17 auf 60 verdoppelt worden ist, sowie den Fachmoderatorinnen und -moderatoren in den 53 Kompetenzteams über ein professionelles System der Unterstützung der Kollegien vor Ort.

Auf dem Eröffnungspodium des Kongresses erörterten Schulministerin Sylvia Löhrmann, Wilmar Diepgrond, Vorsitzender des Verband Bildungsmedien e. V., Wolfgang Vaupel, Geschäftsführer der Medienberatung NRW, Nadya Allam, Schulleiterin der Gemeinschaftsgrundschule Siegtal und Marc Albrecht-Hermanns, Lehrer und Medienberater, anhand von Praxisbeispielen, wie guter Unterricht im digitalen Zeitalter funktionieren kann. Dass dazu auch eine „mentale Transformation“ erforderlich ist, hatte Prof. Klemens Skibicki von der Cologne Business School zuvor in seinem Eingangsvortrag verdeutlicht.

In über 50 Veranstaltungen konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus einem breiten Spektrum wichtiger Aspekte der Schul- und Unterrichtsentwicklung wählen und zahlreiche Anregungen und praktikable Konzepte für ihren Unterricht mitnehmen. Die Angebote reichten vom Einsatz einer Bildungsapp in der historisch-politischen Bildung bis hin zur Sprachförderung im Mathematikunterricht.

Über 30 Verlage und Partner des Bildungssystems stellten darüber hinaus in der den Kongress begleitenden Ausstellung vielfältige unterrichtstaugliche Produkte vor und standen zum Informationsaustausch zur Verfügung. 

 

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