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Wilmar Diepgrond neuer Vorsitzender des Schulbuchverlegerverbandes
Auf der 51. Hauptversammlung des VdS Bildungsmedien wurde ein neuer Vorsitzender gewählt und das Aktionsprogramm der Schulbuchverlage für die nächsten 12 Monate verabschiedet...
Wilmar Diepgrond, Geschäftsführer des Bildungsverlag EINS, wurde auf der 51. Mitgliederversammlung des VdS Bildungsmedien am 22. und 23. Juni in Bad Tölz zum neuen Vorsitzenden des Schulbuchverlegerverbandes gewählt. Weitere Beschlüsse befassten sich mit der Öffentlichkeitsarbeit des Branchenverbandes: Ab 2007 will der Verband eine neue Kampagne für den Eigenkauf von Schulbüchern starten; zudem will sich der Verband stärker als bislang in die bildungspolitische Reformdiskussion einbringen und dazu als Moderator und Sponsor von Diskussionsplattformen auftreten. Weitere wichtige Themen des Branchentreffs waren die Novellierung des Urheberrechts und die in einer Reihe von Bundesländern eingeführten Modelle der Vermietung von Schulbüchern. Hier sehen die durch den VdS vertretenen 79 Mitgliedsfirmen gefährliche Entwicklungen seitens der Politik, die ihre finanzielle Krise auf Kosten der Urheberrechte der Autoren und Verlage lösen möchte. Die Mitgliederversammlung bekräftigte, dass sich die Branche gegen derartige Erpressungsversuche mit allen rechtlichen Mitteln wehren werde. Der Schulbuchverlegerverband führt derzeit Verhandlungen mit fünf Bundesländern über die Konditionen der Vermietung von Schulbüchern und schützt auch bei der Novellierung des Urheberrechts "zweiter Korb" in Berlin aktiv die Mitgliederinteressen.
Wahlen: Als Nachfolger von Dr. Gerd-Dietrich Schmidt (Duden Paetec Verlag), wurde von den 40 vertretenen Mitgliedsfirmen Wilmar Diepgrond (Bildungsverlag EINS) zum neuen Vorsitzenden für drei Jahre gewählt. Bei den turnusmäßig anstehenden Vorstandswahlen wurden die Herren Wolf-Rüdiger Feldmann, Geschäftsführer des Cornelsen Verlags, und Hans-Dieter Möller, Geschäftsführer der Bildungshaus Schulbuchverlage Westermann, Schroedel, Diesterweg, Schöningh, Winklers GmbH, wiedergewählt und Dr. Gerd-Dietrich Schmidt, Geschäftsführer des Duden Paetec Verlages, neu in den Vorstand gewählt. Stellvertretender Vorsitzender des Verbandes bleibt Wolf-Rüdiger Feldmann. Im Amt des Schatzmeisters folgt Hans-Dieter Möller dem in den Verbandsvorsitz gewechselten Wilmar Diepgrond nach. Weitere Vorstandsmitglieder, deren Wahlen nicht anstanden, sind die Verleger Michaela Hueber, Hueber Verlag, und Andreas Klinkhardt, Julius Klinkhardt Verlag, sowie der Geschäftsführer des Ernst Klett Verlages Karl Slipek.
Urheberrecht: Wilmar Diepgrond übernimmt die Leitung des Branchenverbandes in einer Zeit des Umbruches. Insbesondere urheberrechtliche Problematiken werden - so der neue Vorsitzende - die Verbandsarbeit der nächsten Jahre prägen: Hierbei wird der Verband mit Nachhalt die urheberrechtlichen Positionen der Mitgliedsfirmen bei der Gestaltung der neuen Schulbuchvermietungsmodelle in fünf Bundesländern vertreten. Auf der Verbandstagung wurde klar definiert, dass jeder der Schulbücher vermieten will, dazu eine Einwilligung der Verlage und der durch sie vertretenen Autoren benötigt. Hier werde man keine Konzessionen machen und notfalls klagen. Auch zur laufenden Novellierung des Urheberrechtes "Zweiter Korb", bei der Teile der Politik wie auch der Bildungsverwaltung eine Auflockerung des Kopierens aus Bildungsmedien zu Bildungszwecken verfolgen, bekräftigten die Verlage ihre Entschlossenheit, Rechte nicht aufzugeben, um die Unterfinanzierung von Bibliotheks- und Schuletats zu kaschieren. Der VdS Bildungsmedien ist von den Verlagen als Verhandlungsführer in diesen Angelegenheit bevollmächtigt.
Öffentlichkeitsarbeit: Ein weiteres Schwerpunktthema der Verbandsarbeit wird die Branchen-PR sein. Der Mitgliederversammlung wurde der Vorschlag für eine neue Informationskampagne zum Eigenkauf von Schulbüchern vorgestellt, die ab Mai 2007 anlaufen wird. Ziel ist es, Eltern, Schüler und Auszubildende über die Werthaltigkeit und die Bedeutung von modernen Bildungsmedien im laufenden Reformprozess aufzuklären. Der Verband will dadurch auch bei Lehrern dafür werben, den Einsatz von neuen, auf die aktuellen Unterrichtsrichtlinien abgestimmten Bildungsmedien nicht an finanziellen Erwägungen scheitern zu lassen. Gerade die Einführung von nationalen Bildungsstandards und zentralen Abschlussprüfungen im Zuge der Nach-PISA-Reformen hat die Bedeutung von Schulbüchern und anderen Lernmitteln neu unterstrichen.
Bildungspolitisches Engagement: Stärker bildungspolitisch engagieren will sich der Verband durch das Sponsoring von hochkarätig besetzten Gesprächsrunden. Seit vielen Jahren schon veranstaltet der Verband auf den großen Bildungsmessen das "forum bildung" als eine zentrale Diskussionsplattform zu bildungspolitischen Themen. Mit den "Reckahner Bildungsgesprächen", die der VdS Bildungsmedien in diesem Mai zum ersten Mal durchgeführt hat, will er auch zunehmend als Moderator der Reformdiskussion auftreten. In Reckahn erörterten 60 Experten aus der Wissenschaft, der Politik und den Bildungsverbänden, der Publizistik, der Bildungsverwaltung und den Verlagen zwei Tage lang Fragen und Probleme der Einführung von Bildungsstandards. Die Gesprächsreihe wird im nächsten Jahr fortgeführt. Mit dieser neuen Gesprächsplattform verbindet der Verband keine Einflussnahme auf bildungspolitische Grundsatzentscheidungen, will aber stärker als bisher moderierend bei der Gestaltung von Reformprozessen mitwirken. Durch übereilte Reformentscheidungen insbesondere bei der Einführung des achtjährigen Gymnasiums, die dann wieder korrigiert werden mussten, ist die Branche bereits mehrfach schwer geschädigt worden. Die Schulbuchverlage wollen dazu beitragen, dass sich das Reformtempo nicht verselbständigt und besser auf die Veränderungsmöglichkeiten von Schule und die Belastbarkeit für Schüler, Lehrer und Eltern abgestimmt wird.
Der VdS Bildungsmedien organisiert 79 Anbieter von Bildungsmedien, die jährlich ca. 3.000 bis 4.000 neue Titel auf den Markt bringen (Gesamttitelangebot rund 40.000). Der Branchenumsatz (Bildungsmedien für das schulische, berufsorientierte und das Freizeitlernen) lag 2005 bei rund 500 Mio. �. Die mittelständig geprägte Branche hat etwa 3.000 Mitarbeiter. An sie sind etwa 30.000 Autoren gebunden, die Bildungsmedien nach über 3.000 Unterrichtsvorgaben der Länder produzieren.
26.06.2006


