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Elternbeteiligung keine Garantie für neue Schulbücher - Dossier mit Hintergrundinformationen online
Mit Zahlen, Daten und grafischen Übersichten informiert ein Online-Dossier des VdS Bildungsmedien über den Erfolg der verschiedenen Elternbeteiligungen in den Ländern...
Der Schulbuchkauf wird in Deutschland immer stärker zur Privatsache. Wurden noch vor einigen Jahren die Lernmittel in den meisten Bundesländern kostenlos an die Schüler verliehen, müssen die Eltern in diesen Tagen zum Schulstart in 11 von 16 Bundesländern den Schulbuchkauf ganz oder mit einem Eigenanteil finanzieren. Dahinter steckt ein Rückzug des Staates aus der Lernmittelfinanzierung, für die Länder und Kommunen 2005 nur rund 230 Mio. EUR aufwendeten. 1991 waren es bei knapp 1 Million weniger Schüler noch ca. 400 Mio. EUR. Nach Berechnungen des Branchenverbandes der Schulbuchverlage, VdS Bildungsmedien, übertrafen im letzten Jahr die Privatausgaben für Schulbücher und Unterrichtssoftware mit 240 Mio. EUR erstmals die staatlichen Ausgaben. Allerdings ist der Privatanteil - auf die knapp 12 Mio. Schüler in Deutschland gerechnet - mit 20 EUR pro Schüler pro Jahr im europäischen Vergleich weiterhin sehr niedrig und für Normalverdiener zumutbar.
Mit der Einführung von Elternbeteiligungen sollte nicht nur gespart, sondern auch die Schulbuchausstattung der Schulen verbessert werden. Die Runderneuerung des Schulsystems nach dem PISA-Schock 2003 erfordert über die Kernfächer hinaus neue Lernmittel, die die Reformwelle in den Unterricht tragen und die Lernbedingungen nachhaltig verbessern sollen. Gelungen ist dies aber keineswegs in allen der sieben Bundesländer, die in den letzten drei Jahren Elternbeteiligungen bei der Lernmittelfreiheit eingeführt haben. In Bayern, NRW, Sachsen-Anhalt und Thüringen - rechnet der VdS Bildungsmedien vor - haben die Elterngelder bislang nur die Löcher der staatlichen Kürzungen gestopft: Einen Mehrwert in Form einer aktuelleren Schulbuchausstattung haben die Eltern für ihr finanzielles Engagement noch nicht erhalten. In Berlin, Hamburg und Niedersachsen dagegen haben die Änderungen an der Lernmittelfreiheit substanzielle Verbesserungen bei der Schulbuchausstattung der letzten Jahre erreicht.
Die Elternbeteiligung unterscheidet sich in den einzelnen Bundesländern nicht nur in der Höhe, sondern auch in der Art. In Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen-Anhalt müssen sich im Grundsatz die Eltern um die Beschaffung der notwendigen Lernmittel selbst kümmern. In Bayern, Sachsen-Anhalt und Thüringen müssen sie die Schulbücher gegen eine Gebühr vom Staat mieten - oder allesamt selbst besorgen. In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen sind die Eltern mit einem Eigenanteil an der Schulbuchbeschaffung beteiligt. Nur noch in Baden-Württemberg, Bremen, Hessen, Sachsen und Schleswig-Holstein ist der Lernmittelkauf weiter Sache der Kommunen oder des Landes. In allen Bundesländern sind die Sozialhilfeempfänger von der Kostenbeteiligung befreit; je nach Bundesland werden weitere Ausnahmen für andere einkommensschwache Gruppen oder kinderreiche Familien gemacht.
Wie die Regelungen im Einzelnen aussehen und welche Modelle die Ausstattungssituation tatsächlich gebessert haben, erläutert mit Grafiken, Tabellen und Informationen das so eben erschienene Internet-Dossier "Von der staatlichen Aufgabe zum privaten Engagement - eine Übersicht zur Lernmittelfreiheit in den Bundesländern".
02.08.2006


