Donnerstag, 22. März 2018

Positionen des Verband Bildungsmedien e. V. für die Legislaturperiode 2017–2021

Als aktiver Mitgestalter im Bildungswesen fordert der Verband Bildungsmedien e. V. die neue Bundesregierung dazu auf, schnellstmöglich mit der Umsetzung der geplanten Vorhaben im Bildungsbereich zu beginnen.

Der Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD benennt das Thema Bildung als eines der politischen Schlüsselthemen für die nächsten Jahre. Die neue Bundesregierung plant, in der neuen Legislaturperiode zahlreiche bildungspolitische Projekte anzustoßen – darunter eine Investitionsoffensive für allgemeine und Berufliche Bildung, die Schaffung eines Nationalen Bildungsrates sowie die Umsetzung des Digitalpaktes. Als aktiver Mitgestalter im Bildungswesen fordert der Verband Bildungsmedien e. V. die neue Bundesregierung dazu auf, schnellstmöglich mit der Umsetzung der geplanten Vorhaben zu beginnen und sagt seine aktive Unterstützung zu.

Der Verband Bildungsmedien e. V. ist die zentrale Interessenvertretung der Bildungsmedienverlage. Die Verlage entwickeln pädagogisch passgenaue, lehrplangerechte und rechtssichere Lern- und Lehrmaterialien (u. a. Schulbücher und Lernhilfen, E-Books und Bildungssoftware, Medien für Whiteboards, Online- Portale, Fachliteratur), die die Lernenden entlang ihrer gesamten Bildungsbiographie begleiten. Ihr Ziel ist es, die Qualität des Bildungswesens auch im digitalen Zeitalter zu gewährleisten und somit den Bildungserfolg jedes Einzelnen zu sichern. Als Partner der Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, der Eltern sowie der Politik setzen sich Verlage wie Verband für eine zukunftsgerechte Bildung in Deutschland ein.

Im Folgenden hat der Verband Bildungsmedien e. V. seine Kernpositionen mit Blick auf den Koalitionsvertrag 2018–2021 zwischen CDU, CSU und SPD zusammengetragen. Der Verband wird sich in die Debatte um die Gestaltung der Bildungspolitik im 21. Jahrhundert in den nächsten Jahren weiterhin engagiert einbringen und diese mit eigenen Vorschlägen konkret befördern.

Als Experte für didaktische und pädagogische Bildungsinhalte steht der Verband zur Mitwirkung in allen entscheidenden Gremien zur Verfügung.

I. Digitalpakt zügig umsetzen!

Im Koalitionsvertrag wird ein Digitalpakt Schule angekündigt. Die Koalition sieht vor, 5 Milliarden Euro, davon 3,5 Milliarden Euro in dieser Legislaturperiode, bereitzustellen, um die erforderliche IT-Infrastruktur, die für das digitale Lernen erforderlichen Technologien sowie eine gemeinsame Cloud-Lösung für Schulen aufzubauen. Der Verband erwartet,

  • dass die Finanzierung des Digitalpakts in der Haushaltsaufstellung 2018/19 konkret abgebildet wird. Die Investitionen werden sofort benötigt, damit die Digitalisierung in der Bildung in Deutschland nicht den Anschluss verliert.
  • dass sich die Mittelbereitstellung nicht einseitig auf Technologien und IT-Infrastruktur beschränkt, sondern im selben Maße die Finanzierung digitaler Bildungsmedien berücksichtigt wird. Technologie und IT-Infrastruktur sind kein Selbstzweck, sondern dienen der pädagogisch sinnvollen Nutzung von digitalen Medien in der Schule und Lebenswelt der Lernenden. Zudem muss stetig in die Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte im Umgang mit digitalisierten Inhalten investiert werden.
  • dass bei der Schaffung gemeinsamer Cloud-Lösungen von Bund und Ländern die Hersteller von Bildungsinhalten einbezogen werden. Zudem müssen klare Standards für Datenschutz, Datensicherheit, Urheberrecht sowie Interoperabilität geschaffen werden.

II. Investitionen des Bundes in Bildung erhöhen!

Im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD wird angekündigt, eine Investitionsoffensive für Schulen auf den Weg zu bringen. Dafür soll der Art. 104c (GG) durch die Streichung des Begriffs „finanzschwache“ in Bezug auf die Kommunen angepasst werden. Der Verband erwartet,

  • dass neben einer zügigen Schaffung der angekündigten Rechtsgrundlage nun auch konkrete Budgetzusagen an Kommunen und Länder folgen. Nur so können Kommunen und Länder langfristig planen, und nur so kann ein Ungleichgewicht zwischen einzelnen Ländern oder Kommunen verhindert werden.
  • dass eine stetige Aufstockung der Haushaltsmittel für herkömmliche und digitale Bildungsmedien gewährleistet wird. Anbieter von Bildungsmedien brauchen dies als belastbare Planungsgrundlage für grundlegende Investitionen in moderne Bildungsangebote.

III. Duales Berufsbildungssystem stärken!

Der Koalitionsvertrag von Union und SPD misst der Beruflichen Bildung einen hohen Stellenwert zu. Die Koalition zielt darauf ab, die Gleichwertigkeit der Beruflichen Bildung mit der akademischen Bildung herzustellen und die Attraktivität der Beruflichen Bildung zu stärken. Der Verband erwartet,

  • dass die Modernisierung der Beruflichen Bildung durch einen Berufsbildungspakt zügig in die Wege geleitet wird. Nötig sind zudem Maßnahmen zur Erhöhung der Attraktivität des Dualen Berufsbildungssystem sowie eine verbesserte Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Ausbildung.
  • dass auch für die Digitalisierung des Dualen Berufsbildungssystems konkrete Finanzierungszusagen getätigt werden, u. a. für die Beschaffung von Hardware und Netzzugang in den unterschiedlichen Ausbildungseinrichtungen, moderne Lehr- und Lernmedien sowie für eine Qualifizierungsoffensive für Berufsschullehrkräfte.
  • dass die Expertise der deutschen Bildungsmedienverlage in den Modernisierungsprozess eingebunden wird, u. a. durch eine Beteiligung in der vorgeschlagenen Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags zur „Stärkung der beruflichen Bildung zur Sicherung des Fachkräftebedarfs“.

IV. Qualitätssicherung von Lehr- und Lernmitteln etablieren – Klare Rechtspositionen im Urheberrecht schaffen!

Die Koalition plant eine umfassende Open Educational Resources-Strategie. Zudem soll das im Juni 2017 verabschiedete Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz evaluiert werden. Auch die Rechtspositionen von Verleger/-innen, Urhebern und Urheberinnen sollen gestärkt werden. Der Verband erwartet,

  • dass im Rahmen einer Open Educational Resources-Strategie erforderliche Qualitätsstandards eingeführt werden, die sicherstellen, dass als OER gekennzeichnete Materialien auch tatsächlich den erforderlichen Qualitätsansprüchen genügen.
  • dass sich die Bundesregierung auf europäischer Ebene dafür einsetzt, dass die Rechte der Autor/-innen und Verleger/-innen von Bildungsmedien insbesondere im Kontext von Schrankenregelungen gesichert bleiben und sobald wie möglich eine Regelung zur Verlegerbeteiligung bei den Verwertungsgesellschaften gesetzlich verankert wird.
  • dass Lizenzangeboten von Verlagen gegenüber gesetzlichen Schrankenregelungen ein Vorrang eingeräumt wird.

 

Der Verband Bildungsmedien e. V. sagt der Politik seine aktive Unterstützung bei dem Vorhaben zu, in der neuen Legislaturperiode den Aufstieg Deutschlands zu einer führenden Bildungsnation voranzutreiben. Dabei versteht er sich als Kooperationspartner der Politik und Gestalter der Bildungswelten von morgen und übermorgen.

 

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